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Der Traum vom Fliegen – rauf oder runter?

20 September 2012 Keine Kommentare

Mit dem Gleitschirm dem Himmel entgegenschweben (engl. Paragliding) oder mit dem Fallschirm zur Erde herunterschweben (engl. Parachuting) oder vielleicht beides, Fliegen kann heute jeder und es war noch nie einfacher und vielleicht auch noch nie spannender. Langsam zur Erde schweben oder dem Himmel entgegengleiten?

Beides ist möglich, bedarf keiner großen Vorbereitung und ist obendrein auch noch erschwinglich. Ein Gutschein für einen Schnuppersprung oder -flug sind willkommene Geschenkideen und tatsächlich hat bei vielen Anhängern dieser Sportarten die große Liebe genauso begonnen: mit einem Gutschein. Das Fallschirmspringen oder Gleitschirmfliegen kennenzulernen ist einfach und unkompliziert, denn es lässt sich an einem Wochenende schnell mal hineinschnuppern in diese fordernden und besonderen Sportarten. Die ideale Voraussetzung dabei: schönes Wetter.


Gleitschirm

Fallschirm Tandemsprung von Jochen Schweizer

 

In der Luft, aber alles ganz anders

Paragliden und Fallschirmspringen haben viele Ähnlichkeiten: Die großen seidenen Segelschirme, ein Gurtzeug in dem Flieger und Springer sicher eingebunden sind und natürlich das Fliegen – oder Schweben – durch die Luft. Aber damit enden die Ähnlichkeiten auch schon, denn Gleitschirmfliegen und Fallschirmspringen sind grundverschieden in ihrer sportlichen und technischen Ausführung.

Im Gegensatz zum Fallschirmspringen geht beim Gleitschirm alles erst einmal weniger kompliziert vonstatten. Nachdem das Gurtzeug des Gleitschirms angelegt ist und der Gleitschirm ausgebreitet auf dem Boden liegt, läuft der Gleitschirmpilot langsam einen Hang hinab. Nach wenigen Metern schon füllt sich die Gleitschirmkappe mit Luft und in der nächsten Sekunde schweben die Füße des Paragliders bereits über dem Boden. Und dann geht es höher und höher hinauf – ganz so wie Wetterbedingungen und die Steuerung des Piloten es zulassen. Sind die Wetterbedingungen gut und die Thermik ideal, können sogar mehrere traumhafte, ruhige, entspannende oder auch besinnliche Stunden in der Luft verbracht werden. Beim Gleitschirmfliegen können selbst lange Strecken geplant werden, die sich auch in der Gruppe zurücklegen lassen. Oder man bleibt ganz einfach zusammen mit der Gruppe im meist landschaftlich besonders attraktiven Gelände, das speziell für das Gleitschirmfliegen zugelassen ist, und genießt es, mit all den anderen Punkten am Himmel eines wunderschönen Tages zu cruisen.

Naturkräfte und Adrenalin toben hingegeben bei den Fallschirmspringern – und das beinahe um die Wette. Der Fallschirmsprung bietet Aufregung pur und dabei ist jeder Sprung auch mit einem Stück Abenteuer verbunden. Was oft auf Fotos oft geräuschlos und sanft ausschaut, ist in Wirklichkeit ein Kampf mit der Natur – zumindest vorerst. Sobald sich die große Schiebetür des kleinen Flugzeuges öffnet und der Springer in der Tür sitzt, spürt er die ganze Macht des Windes, der sich mit aller Kraft an das Flugzeug presst. Es erfordert nicht nur eine recht hohe psychologische Überwindung zu springen, sondern auch die physische Kraft, sich in den Wind hinauszuhebeln – und das idealerweise so, dass zurück am Boden ein schöner „Exit“ ins Sprungbuch eingetragen werden kann. Aber ist diese Herausforderung des Absprungs aus dem Flieger erst einmal geschafft, folgt der freie Fall, der die ganze Leichtigkeit des Fliegens, die Schönheit im Einklang mit der Natur der Erde entgegenzufallen – wohl wissend, dass der Fallschirm dem Springer eine sanfte und sichere Landung auf dem Boden der Tatsachen gewährt. Meist verbringt der Fallschirmspringer nur wenige Minuten am geöffneten Schirm – also wesentlich weniger als beim Gleitschirmfliegen – aber hier dient der Fallschirm im wesentlichen nur der sicheren Rückkehr zur Erde – um dann möglichst schnell zum nächsten freien Fall aufzubrechen.

 

…mit einem Schirm aus Seide

Sowohl beim Gleitschirmfliegen als auch beim Fallschirmspringen, dort im Freien Fall oder aber auch am geöffneten Fallschirm, werden von den erfahrenen Springern und Piloten oft akrobatische Manöver und Übungen ausgeführt, zu denen sogar internationale Meisterschaften ausgetragen werden. Dazu werden meist besondere Schirme verwendet, die durch eine kleinere Fläche besonders schnelle und präzise Flugmanöver ermöglichen.

Aber eigentlich schweben die lautlosen Flieger der Lüfte schon immer an Schirmen aus Fallschirmseide zur Erde, wobei die Seide heute durch ein besonders dichtes und strapazierfähiges Nylon ersetzt wird.

Der Gleitschirm verfügt dabei mit 20 bis 35 Quadratmetern über eine größere Kappe als der Fallschirm. Die Kappe des Paragliders, auch Kalotte genannt, ist zusätzlich mit Silikon beschichtet, um die Sinkgeschwindigkeit des Piloten zu reduzieren. Denn – im Gegensatz zum Fallschirmspringen – möchten die Gleitschirmflieger so lange wie möglich durch die Luft gleiten.

Das Gurtzeug, das den Gleitflieger mit dem Schirm verbindet, ermöglicht dem ein bequemes Sitzen während des ausgedehnten Fluges.

Der Fallschirmspringer dagegen schwebt in aufrechter Haltung im Gurtzeug hängend an einem nur etwa 18 bis 28 Quadratmeter großen Fallschirm zur Erde. Und wenn es akrobatisch wird, ist die Fallschirmfläche sogar noch kleiner bemessen. Der Fallschirm ist Mittel zum Zweck: Er soll einzig und allein die unbeschadete Rückkehr zur Erde gewährleisten. Der besondere Reiz des Fallschirmsprungs ist der freie Fall – die Zeit zwischen dem Absprung aus dem Flugzeug und dem Öffnen des Fallschirmes. Aber natürlich ist das Schweben am Fallschirm auch ein Genuss für die Springer.

 

A Walk in the Sky

Wie ein Spaziergang am Himmel ist das Gleitschirmfliegen. Ausgedehnte Flüge über oft spektakuläre Landschaften sind der Traum der Gleitschirmflieger und mit der rasant steigenden Beliebtheit des Gleitschirmfliegens werden ständig neue Gebiete für das Gleitschirmfliegen erschlossen – darunter die schönsten Landschaften der Welt, wie zum Beispiel Ziele im nepalesischen Himalajagebirge, auf dem indonesischen Bali, in Brasilien oder auch Teneriffa.

Da das Fallschirmspringen eine größere technische Vorbereitung erfordert, so zum Beispiel einen Flugplatz zum Starten und Landen des Transportflugzeuges, sind die Urlaubsziele etwas weniger als beim Paragliden, aber nicht weniger spektakulär. Aber auch hier gibt es ganz besonders schöne Gebiete, viele in den Alpen- und auch Wüstenregionen der Welt.

Ausprobieren – kein Problem!

Für Tandemsprünge und -flüge, im Fallschirm- oder Paragleitersport, gibt es keine besonderen Voraussetzungen und bei allgemein guter Gesundheit kann es auch direkt losgehen. Das nächste Ausbildungszentrum für Fallschirmspringer oder Paraglider bietet in der Regel Tandemsprünge an und verfügt über erfahrene Mitarbeiter, die sich Zeit nehmen bei der Beratung und Einweisung – sodass der Sprung oder der Flug zum echten Genuss werden.

 

oder gleich ein neues Hobby?

Zum Selbstständigen, das heißt, zum freien Gleitschirmfliegen wird in den meisten Ländern eine Schulung vorausgesetzt (nicht in Frankreich). Dazu werden einige Stunden Theorie und praktische Übungen vermittelt, die aber allen viel Spaß machen, denn letztlich ist das Wissen über Wetter, Thermik, Ausrüstung und Flugmanöver nicht nur wichtig für die eigene Sicherheit, sondern auch für ausgedehnte Flüge und noch mehr Spaß am Fliegen.

Etwas aufwendiger ist die Ausbildung zum Fallschirmspringer – aber das liegt auch an dem erhöhten Risiko dieser Sportart. Die Ausbildung ist in Deutschland strikt geregelt und besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil, der mit einer offiziellen Prüfung abzuschließen ist. Die Gesundheitsanforderungen sind ebenfalls etwas höher als beim Gleitschirmfliegen.

Definitiv ist das Fliegen bereits ein Breitensport im 21. Jahrhundert – und das zu Recht. Es hat von allem etwas: Eine herausfordernde Sportart, in der Wissen, Geschick, Übung und auch etwas Mut und eigene Überwindung gefordert sind, treffen genau den Zeitgeist. Und dabei macht alleine das Zusehen am Wochenende – beim Gleitschirmfliegen oder Fallschirmspringen – bereits Lust zum Mitmachen.

 

Bild: © Bernd Kröger – Fotolia.com

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