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Kinder und Kampfsport

12 April 2012 Keine Kommentare
© andreyfire – Fotolia.com

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Kinder wollen stark, groß und selbstbewusst sein. Sie wollen sich bewegen und ihre Kräfte mit anderen messen. In unserer modernen Welt wachsen sie zwischen vielen attraktiven Angeboten auf, die sie leicht an ein allzu bequemes Leben vor dem Fernseh- oder Computerbildschirm gewöhnen können. Aber ihre Muskeln und Knochen wollen wachsen und das können sie erwiesenermaßen am besten, wenn sie sich aktiv und regelmäßig bewegen. In Deutschland leisten Sportvereine in dieser Hinsicht wertvolle Arbeit. Kampfsport-Vereine, die die Bewegungskunst ferner Kulturen in Kursen anbieten liegen dabei voll im Trend. Auch bei den Jüngsten interessieren sich immer mehr Jungen und Mädchen für das Erlernen eines Kampfsports. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das Beherrschen des eigenen Körpers verleiht ein Gefühl der Stärke und gibt Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein.

Wenn Ihr Kind sich für das Erlernen eines Kampfsports interessiert, sollten Sie seine Idee aufnehmen und gemeinsam erörtern, was die Ursache für das Interesse ist. Viele Kampfsportarten sind fernöstlich geprägt und vermitteln neben der Kunst der Körperbeherrschung eine bestimmte Lebenshaltung, die den respektvollen Umgang mit anderen Menschen beinhaltet. Ihr Kind sollte also nicht einfach nur gegen andere kämpfen wollen, sondern verstehen, dass die Kampfkunst eine Sportart ist, bei der es um Fairness geht. Der Wunsch anderen überlegen zu sein, ist nur natürlich für Kinder, denn sie wissen, dass ihre Welt von Erwachsenen beherrscht wird und sie deshalb wenig Einfluss haben. Ein Kampfsport kann ihnen hier ein gewisses Gefühl von Macht verleihen und das Selbstwertgefühl aufwerten. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind den Kampfsport nicht wählt, um anderen (größeren Geschwistern oder Schulkameraden) wehzutun. Entdecken Sie zu diesem Zweck die Welt des Kampfsportes ruhig gemeinsam mit Ihrem Kind und lassen Sie es selbst herausfinden, welche Philosophien sich hinter den einzelnen Richtungen verbergen. Im Anschluss können Sie sich auf die Wahl einer Kampfsportart konzentrieren. Verschaffen Sie sich dazu einen Überblick über das Angebot in Ihrer Stadt und fragen Sie im Bekanntenkreis nach bereits gemachten Erfahrungen mit dem einen oder anderen Verein herum. Viele Einrichtungen bieten kostenfreie Schnupperstunden an, die Sie mit Ihrem Kind nutzen sollten, um herauszufinden, wie der Kursleiter unterrichtet, welche Altersgruppen vorhanden sind und was andere Eltern zu berichten haben. Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden, welchen Kurs es schließlich am liebsten besuchen möchte.

Die Klassiker unter den Kampfsportarten, die auch bei uns schon seit Langem bekannt sind, sind Judo und Karate. Beide haben ihren Ursprung in Japan und konzentrieren sich auf die waffenlose Kampftechnik unter vollem Körpereinsatz. Während es beim Judo vor allem um das Nachgeben geht, ist Karate ein aktiver Kampfsport. Im Judo liegt der Fokus auf Wurf- oder Hebeltechniken. Karate baut auf einer sehr guten körperlichen Kondition und auf Schnelligkeit auf. Hier kommen auch Stoß- und Schlagtechniken zum Einsatz. Bereits die beiden Klassiker eignen sich für verschiedene Charaktere. Judo ist auf die Harmonie und den Ausgleich ausgerichtet und ist etwas für Ihr Kind, wenn es selbstbewusst handeln will und zum analytischen Denken neigt. Karate hingegen ist etwas für kleine Energiebündel, die neben ihrer Körperbeherrschung auch ihre Ausdauer trainieren wollen oder einen Kampfsport brauchen, in dem sie sich richtig austoben können.
Ähnlich wie beim Judo geht es beim Jiu Jitso um das „Siegen durch Nachgeben“ und einen stark gelenkten Einsatz von Wurf-, aber auch Schlagtechniken. Jiu Jitso eignet sich gut für die Selbstverteidigung. In der selben defensiven Linie stehen die Kampfsportarten Kung Fu (oder Wing Tsun) und Aikido. Erstere stammt aus China und trainiert neben Schnelligkeit und Körperbeherrschung vor allem die Konzentration. Aus diesem Grund ist Kung Fu unter Umständen für Ihr Kind geeignet, wenn es Schwierigkeiten hat, sich gezielt auf etwas zu konzentrieren oder zu schnell ungeduldig wird. Disziplin verlangt auch das Aikido seinen Lehrlingen ab. Die Kampfkunst kennt keine direkten Angriffe, sondern arbeitet mit der Energie, die ein gegnerischer Angriff einbringt und versucht diese verteidigend zu spiegeln. Etwas mehr nach vorn geht die Kampfkunst des koreanischen Taekwondo. Hier steht vor allem die geschickte Bein- und Fußarbeit im Vordergrund und eignet sich besonders für sportliche Kinder, die ihre Geschicklichkeit trainieren wollen.

Sicherlich haben vor allem Jungen ein natürliches Interesse an Kampfsportarten, aber auch für Mädchen bieten die einzelnen Richtungen ihre Reize. Pauschal lässt sich vielleicht sagen, dass Mädchen eher Freude an einer Kampfkunst haben, wenn sie ihnen über die Bewegungslehre hinaus eine Richtlinie für soziales Verhalten mitgibt. Außerdem könnten sie mehr Interesse an einem Kampfsport haben, der seinen Fokus auf Balance und Körperbeherrschung legt und eher defensiv ausgerichtet ist. Für Jungen scheinen dahingegen vor allem die aktiven Kampfsportarten, die auf Schnelligkeit, Kondition und Geschicklichkeit aufbauen in Frage zu kommen. Doch es kann auch genau anders herum sein und Sie sollten Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter einen eigenen, individuellen Zugang zur Kampfkunst erlauben. Viele Kurse können schon von Vorschulkindern besucht werden und das ist auch durchaus sinnvoll, denn in diesem Alter kann der Körper noch sehr leicht neue Bewegungen erlernen.

Für Jugendliche übt der Kampfsport ebenfalls eine große Faszination aus. Unterstützen Sie das Interesse Ihres Halbwüchsigen ruhig und ergründen Sie vor der Wahl eines Kurses ebenfalls, welches Anliegen hinter dem Interesse steckt. Teenager können sich z.B. überfordert fühlen, weil sie sich angesichts körperlicher Veränderungen unsicher fühlen oder vorübergehend Schwierigkeiten mit sozialen Gruppen haben. Der Kampfsport leistet hier wertvolle Arbeit für ein harmonisches Selbstwertgefühl und kann auch zur Gewaltprävention unter Gleichaltrigen eingesetzt werden. Jungen Mädchen kann er außerdem das nötige Selbstbewusstsein verleihen, sich als starke Frauen zu entwickeln. Für Jugendliche kommt zum Beispiel auch das Kickboxen in Frage, das eine Mischform aus Karate und Boxen darstellt. Es erlaubt das von Teenagern so oft gesuchte Austesten der eigenen Grenzen und kann aufgestaute Emotionen in einem vorgegebenen Rahmen in körperliche Kräfte umsetzen.

Egal für welchen Kampfsport sich Ihr Kind am Ende entscheidet, wichtig ist, dass Sie es bei seiner Wahl unterstützen und über seine Fortschritte auf dem Laufenden bleiben. Viele Kampfsportarten haben ihre eigenen Wettkampf-Systeme, die Ihrem Kind außerdem die Möglichkeit bieten, ein aktives Vereinsleben zu erfahren und Teil einer Mannschaft zu sein. Erlauben Sie Ihrem Kind bei aller Leidenschaft für den Kampfsport aber auch kurzfristige Auszeiten oder den Wechsel seiner Interessen zu anderen Aktivitäte.

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