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Powernapping, kurzer Mittagsschlaf

5 Juli 2011 2 Kommentare

Der Tag- und Mittagsschlaf

Das Wort Powernapping bedeutet übersetzt in etwa „Leistungs“- bzw. „Kraftnickerchen„. Hierzulande gehört der Tagschlaf eher in die Landwirtschaft oder Freizeit. Das Tagträumen ist uns allen bekannt, doch wo liegt nun der Unterschied zum Powernapping? Neue Erkenntnisse, lassen diese Form des Mittagsschlafes besonders praktisch erscheinen. Der englische Begriff, macht zurzeit die Runde und das nicht grundlos:

Warum und wann wir müde werden

Wissenschaftler stellten fest, dass sogenannte Orexine Wirkung auf unser Schlaf- und Essverhalten haben. So soll der in vielerlei Nahrung enthaltene Traubenzucker (Man denke ans Mittagessen) dafür sorgen, dass das wachhaltende Hormon nur bedingt produziert wird . Hinzu kommt der Tagesrhytmus eines Menschen, welcher sich an 24 Stunden orientiert. In der Mittags- bzw. Nachmittagszeit fühlen viele Leute ein deutliches Leistungstief, was eigentlich normal ist. Die Mittagsruhe, kommt in schlafender Form in deutschen Büros jedoch nur bedingt zustande. Zu Groß ist die Angst richtig einzuschlafen oder noch schläfriger zu werden.

Thema Gesundheit

Eine grieschichen Studie (Ein Test mit 23.500 Probanden)  belegt, das regelmäßiger Mittagsschlaf das Herzinfarktrisiko um bis zu 37% senken kann. Ausserdem soll sich unser Hautorgan auch in kurzer Ruhephase gut erholen.

Was Powernapping so wertvoll macht

Das Powernapping, auch Superschlaf genannt, ist deshalb so wertvoll, weil man nicht in die Tiefschlafphase gerät. Nach spätestens 30 Minuten sollte Schluss sein. Der Stoffwechsel fährt sich anschließend wieder hoch und man ist konzentrierter und leistungsfähiger als vorher. Im Auftrag der NASA untersuchte ein amerikanischer Psychiatrie-Professor, die Vorteile eines Nickerchens und stellte sogar fest, dass sich das Erinnerungsvermögen und die Auffassungsgabe der untersuchten Personen verbesserte. Man ist der Meinung, es sei sinnvoller einen kurzen, effizienten Stop einzulegen, als krampfhaft wach bleiben zu wollen.

Der Ursprung des Powernappings

In Japan ist es Gang und Gäbe einen Mittagsschlaf, einen „Inemuri“ zu halten. Die Japaner schlafen auf Parkbänken, in der U-Bahn und auch am Arbeitsplatz: Sogar in Konferenzen ist das Einnicken akzeptiert. Die Chinesen, nennen es „Xeu-Xi“ und haben überdies eine gesetzliche Regelung: Der 49. Verfassungsartikel besagt, dass derjenige der arbeitet, ein Recht auf Xeu-Xi hat. In warmen Ländern, wie z.B. Spanien ist das Powernapping auch schon länger als Siesta bekannt und vollkommen akzeptiert.

Siesta in Deutschland

Man hat das Gefühl in unserer Gesellschaft würden gesunde Tagesschläfchen mit Fauhlheit gleichgesetzt. Auch wenn Landarbeiter wie z.B. Winzer eine Siesta  meist tolerieren, so ist sie in vielen Büros umso verrufener. Man stelle sich vor, ein Mitarbeiter in einer Bank macht eine Schlafpause in seinen Räumlichkeiten und ein Kunde sieht dies. Das würde einen bleibenden schlechten Eindruck hinterlassen. Oder !? Unternehmen wie der Chemiekonzern BASF, die Fluggesellschaft Lufthansa und die Baumarktkette Hornbach jedoch, greifen das chinesisch-japanische Schlafmodell auf. Sie stellen ihren Mitarbeitern spezielle Ruhe-Räume für das mittagliche Dösen zur Verfügung.

Fazit

Selbst wenn man einen gesunden ausreichenden Schlaf hat, können in der Mittagszeit Müdigkeitserscheinungen auftreten. Je nach Art der Arbeit und Arbeitsplatz ist ein Powernapping möglich oder nicht. Wenn keine Ruheräume zur Verfügung stehen, so ist ein Nickerchen trotzdem kein No go! Oft kann ein einfaches Gespräch mit dem Chef die Probleme lösen. Ein vernünftiger Vorgesetzter wird die Vorteile des Powernappings wahrnehmen und seinen Mitarbeitern entsprechende Lösungen vorschlagen. Also, nur Mut!

Buchtipp: Brigitte Steger: Inemuri– Wie die Japaner schlafen und was wir von ihnen lernen können / ISBN 978-3-499-62194-9

 

Artikelbild: david.orbanFlickr.com

 

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